Warum viele B2B-Präsentationen nicht überzeugen — obwohl der Inhalt gut ist
- MS-Marketing

- vor 2 Stunden
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Das eigentliche Problem liegt selten im Design
In den meisten Unternehmen entstehen Präsentationen aus Fachwissen heraus. Inhalte werden gesammelt, Folien ergänzt, Diagramme eingefügt — am Ende ist alles enthalten, was gesagt werden soll. Trotzdem bleibt nach Terminen häufig das Gefühl, dass der Funke nicht übergesprungen ist.
Der Grund dafür liegt selten im optischen Erscheinungsbild. Auch nicht in fehlenden Informationen.
Das Problem liegt fast immer in der Perspektive: Präsentationen werden aus Sender-Sicht erstellt, aber aus Empfänger-Sicht bewertet.
Entscheider stellen sich während eines Gesprächs nur drei Fragen:
Verstehe ich schnell, worum es geht?
Kann ich den Nutzen einordnen?
Fühle ich mich sicher genug für eine Entscheidung?
Wenn diese Fragen nicht früh beantwortet werden, entsteht Unsicherheit — selbst wenn die Leistung fachlich überzeugt.

Zu viele Informationen verhindern Verständnis
Viele Präsentationen versuchen vollständig zu sein. Dadurch entsteht jedoch ein gegenteiliger Effekt: Relevanz geht verloren.
Menschen bewerten Inhalte nicht nach Menge, sondern nach Orientierung.
Wenn jede Folie neue Aspekte einführt, fehlt der rote Faden. Zuhörer müssen selbst strukturieren — und genau dabei steigen sie innerlich aus.
Eine funktionierende Präsentation reduziert deshalb nicht Wissen, sondern Entscheidungsaufwand.
Sie beantwortet zuerst die großen Fragen und vertieft Details erst danach.
Die Reihenfolge entscheidet über Wirkung
Häufig werden Inhalte chronologisch aufgebaut:
Unternehmen → Historie → Leistungen → Details → Vorteile
Aus Unternehmenssicht logisch — aus Entscheidersicht jedoch schwierig.
Denn der Zuhörer weiß zu Beginn noch nicht, warum er zuhören soll.
Effektive Unterlagen funktionieren umgekehrt:
Situation → Problem → Einordnung → Lösung → Beweis → Details
Die Aufmerksamkeit entsteht nicht durch Gestaltung, sondern durch Klarheit.
Warum Design alleine nichts retten kann
Gestaltung wird oft genutzt, um Inhalte verständlicher zu machen.
Tatsächlich kann Design aber nur unterstützen, nicht korrigieren.
Wenn Argumente nicht klar aufgebaut sind, helfen auch moderne Layouts, Animationen oder Visualisierungen nur begrenzt.
Der Eindruck wird dann „schön“, aber nicht überzeugend.
Deshalb beginnt eine funktionierende Präsentation immer mit Struktur — erst danach mit Gestaltung.
Woran man erkennt, dass Unterlagen überarbeitet werden sollten
Typische Anzeichen:
Gespräche dauern länger als geplant
viele Rückfragen zu Grundlagen
Inhalte müssen mündlich nacherklärt werden
Angebote werden geprüft, aber nicht entschieden
verschiedene Ansprechpartner verstehen unterschiedliche Dinge
Das sind keine Vertriebsprobleme — sondern Orientierungsprobleme.
Fazit
Gute Präsentationen entstehen nicht durch mehr Inhalt und nicht durch mehr Design, sondern durch klare Entscheidungsführung.
Wenn Zuhörer schnell verstehen, wo sie stehen und was die nächsten Schritte bedeuten, entsteht Vertrauen automatisch.
Die Aufgabe von Unterlagen ist deshalb nicht zu informieren — sondern Sicherheit herzustellen.

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